dialogP tl_files/Layout/pfeil_ueberschriften.gif Konzept

dialogP – Politik und Partizipation

Demokratien leben von der Mitwirkung aller Bürgerinnen und Bürger. Gerade Jugendliche entziehen sich mehr und mehr ihrer demokratischen Mitwirkungspflichten und Mitwirkungsmöglichkeiten. Dieses Phänomen wird allerorts mit „Politikverdrossenheit“ umschrieben. Erschwerend kommt hinzu, dass die Ursachen für dieses Phänomen oftmals nicht nur bei den Kindern, sondern vor allem bei den Eltern liegen: Politik ist an allem schuld und für alles verantwortlich – ist in Teilen der Gesellschaft ein nicht unübliches Bild. Die Einsicht, dass nicht nur die Politik, sondern auch jeder selbst mitverantwortlich für seine persönliche Lebenssituation ist, lässt sich teilweise nur schwer vermitteln.

Hinzu kommt, dass Politikverdrossenheit vor allem auch immer etwas mit mangelnden Kenntnissen zu tun. Gerade hierdurch wird der Nährboden für Vorurteile und Vorbehalte geschaffen, die sich von Generation zu Generation weiter tragen.

dialogP ist ein handlungsorientierter Ansatz: am Ende des Unterrichts steht keine Klassenarbeit, sondern Begegnungen mit Landtagsabgeordneten. Über den konkreten und praktischen Ansatz der Begegnung und des Dialoges will das Projekt eine Plattform für Kommunikation schaffen. Diese wird als erster und wichtiger Schritt zu einer möglichen und umfassenderen demokratischen Teilhabe betrachtet. Nur durch gegenseitiges Verständnis entstehen neue Bilder in den Köpfen: die Jugend erhält einen Einblick in die Welt der Politik und die Politik einen Einblick in die Welt der Jugend.

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Viele Lehrerinnen und Lehrer und Politikerinnen und Politiker nutzen bereits diese Art der Begegnung zwischen Jugend und Politik. Die Anzahl ist jedoch beschränkt und der Bedarf ist da. dialogP will das Rad nicht neu erfinden: Bestehendes und Bewährtes soll zusammengeführt, in einen konzeptionellen und professionellen Rahmen gestellt, erweitert und ausgebaut werden. Dabei sollen vor allem Schulen profitieren, die diesen Ansatz der Begegnungsform zwischen Jugend und Politik bislang noch nicht in ihrem Schulprofil hatten.

Konzeptionell geht dialogP schrittweise vor: durch die unterrichtliche Vor- und Nachbereitung soll den Jugendlichen zunächst ein Einblick in die demokratische Willensbildung und die Arbeits- und Entscheidungsprozesse im Landtag ermöglicht werden. Anschließend folgt die inhaltliche Vorbereitung und Durchführung der Dialogveranstaltung. Hier findet der Austausch zwischen den Jugendlichen und den Landtagsabgeordneten statt. dialogP ist dabei praktische politische Bildung: über Einblicke und Einsichten sollen gegenseitig Vorbehalte und Vorurteile abgebaut werden und ein Beitrag zur Überwindung von Politikverdrossenheit geleistet werden.

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Nicht zuletzt ist dies mittelfristig auch ein Beitrag zur Stärkung/Erhöhung der Wahlbeteiligung, da Jugendliche direkt mit Politikerinnen und Politikern in Kontakt stehen und ein Bezug entsteht. Politik wird greifbarer und bekommt ein Gesicht.

dialogP geht weiter und möchte Jugendliche für eigene demokratische Teilhabe motivieren. Dies geschieht mit aktionP über Projektbegleitung, Kleinstförderungen und der Dokumentation der Projekte/Aktionen. Dadurch schließt sich der Kreis: im ersten Schritt haben die Jugendlichen lernen, zuhören und zuschauen können, wie demokratische Willensbildung und politische Entscheidungsprozesse funktionieren, nun können sie selbst das Erlernte anwenden und sich einmischen.

Die Möglichkeit mit aktionP ist dabei zielgruppengerecht: ohne Umwege können sich die Jugendlichen unmittelbar für ihre Ideen einsetzen, von der Erhaltung des Jugendclubs um die Ecke, einem Gesetzesvorschlag für den Jugendausschuss im Landtag oder dem generellen Rauchverbot in der Schule – auch im Lehrerzimmer. 
In einer experimentellen Art und Weise können sie selbst auf politische Entscheidungsprozesse einwirken, ihr Erlerntes anwenden und Erfahrungen machen.

Daran anknüpfend zeigt dialogP Wege auf, wie sich jeder Einzelne einbringen und engagieren kann. Dies ist wesentlicher Bestandteil der Konzeption. Von Jugendparlamenten über Jugendorganisationen und Vereinen bis hin zu NGO‘s wird kommuniziert, wie und wohin sich jeder Einzelne wenden kann und wie und wo man sich politisch einbringen und gesellschaftlich engagieren kann.

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dialogP will den Schulen ein für den Alltag bereicherndes Projekt ermöglichen. Hierfür steht der Lehrerschaft didaktisches Begleitmaterial zur Verfügung und die gesamte Koordination der Terminabsprache mit den Politikern wird seitens der Organisatoren übernommen. 

Und auch das ist ein Ziel von dialogP: das Konzept ist als Modulprinzip ist in jedem Bundesland anwendbar. Mittelfristiges Ziel ist es daher, dialogP bundesweit in allen 16 Ländern als Qualitätsmarke auf Landesebene zu etablieren; langfristig soll das Prinzip auch auf die Bundesebene übertragen werden.