dialogP

Bei dialogP geht es um Politik und Partizipation: Auf der einen Seite geht es um die Förderung des Dialogs zwischen Jugend und Politik und auf der anderen Seite um Anreize für Partizipation. 

Für das Projekt werden Dialogveranstaltungen zwischen Landtagsabgeordneten und Schülerinnen und Schülern in ihrer Schule organisiert. Die Projektkonzeption, welche den Dialog einbettet in unterrichtliche Vor- und Nachbereitung, ermöglicht dabei einen fundierten Austausch zu landespolitischen Themen sowie einen echten Dialog auf Augenhöhe zwischen Jugend und Politik.

Einsetzbar ist dialogP als handlungsorientiertes Unterrichtskonzept zur politischen Bildung in allen Schulformen der Sekundarstufe I und II ab der Klassenstufe acht. Zur Vor- und Nachbereitung der Dialogveranstaltungen bekommen die Lehrerinnen und Lehrer verschiedenen didaktische Materialien zur Verfügung gestellt. Aber auch die Schülerinnen und Schüler bekommen verschiedenen Hilfestellung an die Hand, so dass sie auch selbstständig (unter „Lehrerobhut“) die Dialogveranstaltung leiten können.

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Im ersten Schritt bereiten sich die Jugendlichen im Unterricht auf die Diskussion vor. Hierfür stehen spezielle didaktische Begleitmaterialien zur Verfügung. Sie erhalten auf diese Weise einen Einblick in die Funktions- und Arbeitsweise des Landtags sowie die Aufgaben eines Landtagsabgeordneten, verstehen politische Strukturen und lernen demokratische Prinzipien kennen.

Am Ende des Unterrichts steht im zweiten Schritt die Dialogveranstaltung. Hier können die Jugendlichen mit den Abgeordneten in den Dialog treten, ihre Positionen vertreten, Fragen und Forderungen stellen. Für die inhaltliche Vorbereitung der Diskussion werden die Jugendlichen zu Prüfern: Was spricht für eine Sache und was dagegen? Welche verschiedenen Argumente gibt es rund um ein Thema? Die Schülerinnen und Schüler erarbeiten die Positionen und bilden sich eine eigene Meinung über politische Prozesse.

dialogP will gegenseitiges Verständnis fördern und über den Dialog Brücken bauen. Einsichten und Erkenntnisse sollen gegenseitige Vorbehalte und Vorurteile abbauen. Hier ist es nicht die Frage, ob das Problem die Politikverdrossenheit der Jugend oder die Jugendverdrossenheit der Politik ist. Hier ist es die Frage, welche Perspektiven und Möglichkeiten gemeinsam entwickelt werden können. dialogP nutzt hierfür Kommunikation als Schlüssel.

Ein Schlüssel und handlungsorientierter Ansatz, der eine Brücke zur persönlichen Einsicht bei Jugendlichen bauen soll, dass jeder für sich selbst verantwortlich ist. Mit dialogP wird den Jugendlichen kein Flyer in die Hand gedrückt, der suggeriert, dass es wichtig ist, sich zu beteiligen – mit dialogP und der Auseinandersetzung mit politisch Verantwortlichen soll ein handlungsorientierter Ansatz geliefert werden, sich selbst einzumischen.

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An diese Brücke anknüpfend werden im dritten Schritt die Jugendlichen zum eigenen Handeln motiviert: aus dialogP wird aktionP. Jugendliche werden gezielt seitens der Lehrerinnen und Lehrer angeregt und begleitet, ihre Ideen, Positionen und Projekte selbst einzubringen und umzusetzen. Nicht meckern, sondern handeln ist hier Programm. Hierfür stehen gezielte pädagogische Ansätze, Anregungen und Hilfsmittel zur Verfügung, um Ideen und Projekte für Partizipation zu generieren. Auch ein Fond für unbürokratische Kleinstförderungen (max. 250 Euro) steht zur Verfügung. Jugendliche können hier Anträge für ihre Vorhaben einbringen. Im Fokus steht die Initiierung von Vorhaben auf der kommunalen Ebene bzw. in der direkten und greifbaren Umgebung von Jugendlichen. Die besten/erfolgreichsten Vorhaben werden dokumentiert und dienen als Vorbild für andere Projekte. Von einer Unterschriftenaktion für die Tempo 30-Zone vor der eigenen Schule, der Überprüfung der CO2-Bilanz der Gemeinde bis hin zum Verfassen einer Petition stehen hier allen Ideen und Initiativen der Jugendlichen die Türen offen. 

Nicht die Zuschauerdemokratie, sondern die lebendige Demokratie soll gefördert werden!

Ziel von dialogP und aktionP ist die Erfahrung und Erkenntnis: Einmischen lohnt sich. Über den Ansatz der politischen Bildung soll dabei ein Beitrag zur Überwindung von Politikverdrossenheit geleistet und Jugendliche zu politischer Partizipation angeregt werden.